Wasserraubbau

Wasserraubbau

B. Mönter: Mittendrin – ohne Wasser läuft nichts

Begehrter Vogelsberg-Schatz

Der Vogelsberg ist reich an Wasser. Weil das Grundwasser zudem eine hohe Qualität besitzt, ist es sehr begehrt. So versorgt sich das Rhein-Main-Gebiet von hier seit mehr als 100 Jahren mit großen Mengen an Trinkwasser. Dieser Fernwasserexport bringt allerdings erhebliche Nachteile für den Naturraum und die betroffenen Kommunen mit sich.

 

Grundwasserraubbau

Fördern Brunnen mehr Grundwasser, als sich durch Niederschläge nachbilden kann, sinken in der Umgebung die Grundwasserspiegel ab. In etlichen überörtlichen Gewinnungsgebieten des Vogelsbergs war ein solcher Grundwasserraubbau mit dramatischen Absenkungen um 20 bis 40 m bis weit in die 90iger Jahre keine Seltenheit. Die Wassergewinnungsgesellschaften störten sich daran wenig – für sie war nur entscheidend, möglichst viel Vogelsbergwasser in das Ballungsgebiet liefern zu können.

 

Raubbau am Naturraum

Besonders in den Trockenperioden der 70iger und 1991/92 entstanden durch den Raubbau alarmierende und teilweise irreparable Schäden im wasserabhängigen Naturraum. Immer wieder fielen Flussabschnitte in Nidda, Horloff und Bracht samt etlichen Nebengewässern trocken, während viele Feuchtgebiete ihren Grundwasseranschluss und ihre wasserabhängigen Pflanzen und Tiere verloren. Das ökologische Risiko der Wassergewinnung war sehr hoch

 

Vogelsberger Widerstand

Diese unhaltbare Ausbeutung des Vogelsberges erzeugte seit Mitte der 70iger Jahre viel Widerstand und führte 1989 zur Gründung der Schutzgemeinschaft Vogelsberg e.V.

 

Folgen des Grundwasserraubbaus

 

Quelle Hölle, Brachttal versiegt_kompr. OW
Quelle Hölle Brachttal versiegt

 

Bodensetzungen durch übermäßige Grundwassergewinnung, Inheiden 1989 (Bild: E. Thörner)

 

Die ausgetrocknete Nidda bei Schotten, 1992